Immer mehr, immer jünger
Wir haben einen Test am Computer gemacht. Wir sind nicht alkoholgefährdet.“ Für Andre und Lennart ist Trinken kein Thema. „Aber wir haben schön öfter Jugendliche in unserem Alter angetrunken gesehen“ berichten die beiden 14-Jährigen. Andre und Lennart sind Achtklässler der Realschule im Vestert. Zusammen mit den Mitschülern ihrer Jahrgangsstufe haben sie beim Projekttag „Alkohol – kenn dein Limit“ tiefe Einblicke in die Suchtproblematik erhalten – und das aus ganz verschiedenen Perspektiven.
Der Präventionsexperte Josef Rickers berichtete aus polizeilicher Sicht mit vielen Beispielen über die Gefahren und Risiken des übermäßigen Alkoholkonsums. Der anonyme Computertest, den er mitgebracht hatte, ermöglichte den Schülern ihr eigenes Gefährdungsrisiko einzuschätzen. Mucksmäuschenstill war es dann im großen Stuhlkreis, als Maria Weber und Peter Stockbrink als „trockene Alkoholiker“ berichteten, wie ihr ganz persönlicher Weg in die Sucht führte. Und wieder hinaus. Das, so legte Stockmann den Schülern eindringlich nahe, „kann man nur schaffen, wenn man ehrlich und offen zu seiner Sucht steht. Und ohne richtige Freunde oder Familie ist das kaum zu schaffen.“Maria Weber bestätigte, die Beobachtung von Andre und Lennart: Alkohol sei heute schon oft ein Thema für 14-Jährige. „Nach meinen Erfahrungen wird das Problem immer größer und die Konsumenten immer jünger.“
Sie schilderte die Formen des „Koma-saufens“, das auch in Ahaus praktiziert werde, wie ihr Ärzte im Krankenhaus bestätigt hätten. „Aber das ist kein Spaß“, warnte sie, „das ist lebensbedrohlicher Ernst“. Außerdem solle keiner glauben, dass er seine Sorgen wegtrinken könne.
Die Koordination des Projekttages lag in den Händen von Lehrerin Alexandra Vestring, die an der Realschule für das Thema „Gesunde Schule“ verantwortlich ist. Der Projekttag wird in Kürze noch einmal wiederholt, weil nicht die gesamte Jahrangsstufe teilnehmen konnte. Dann folgen weitere Projekttage, an denen die Schüler Erlebnisalternativen zum Alkoholkonsum kennenlernen.
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